Ich halte es für keine schlechte Idee, eine Casting-Show zu veranstalten, bei welcher sich das Publikum sein sympathischstes Gesicht heraus wählt. Wer da aber letztendlich gewinnt, ist meiner Meinung nach eigentlich ziemlich egal - keiner ueberzeugt auf ganzer Linie, keiner ist dabei, der sensationell singt oder tanzt... aber alle sind musikalisch, lassen mit sich arbeiten und haben, jeder auf seine Weise, Charm. Mit etwas Coaching ist wohl jeder in der Lage, der internationalen Konkurrenz das Wasser zu reichen.
Alle sagen, das Oslo Casting sei anders als DSDS. Der Meinung bin ich auch, aber ich habe dafuer meinen ganz eigenen Grund:
Der Siegersong bei DSDS kann so schlecht sein wie er will - er wird eh haeufig genug gekauft, um von einem Erfolg sprechen zu koennen. Auch die billigste Ballade mit Allerweltsakkorden, an den Haaren herbeigezogenen Liebesmetaphern und einer Halbtonrueckung am Schluss steht natuerlich auf Platz 1, solange der DSDS Gewinner ueber die vielen Castingwochen ordentlich bekannt und beliebt gemacht wurde.
Ich glaube, um in Oslo ueberzeugen zu koennen, braucht es einen Song, der nicht nur von sich aus gut ist, sondern sich auch, auf welche Weise auch immer, von den uebrigen absetzt. Ich bin sogar sehr ueberzeugt, dass ein gutes Ergebnis fuer Deutschland weitaus mehr vom Song als vom Interpreten abhaengt. Ich wuerde mir zwar nie anmaßen, selbst prognostizieren zu koennen, was genau fuer ein Song das sein muss - immerhin ist der Grand Prix-Sieger stets fuer alle eine Ueberraschung, trotzdem faende ich es mindestens genau so sinnvoll, neben dem Oslo-STAR-Casting auch eine Oslo-SONG-Castingshow zu veranstalten.
Ob das ganze ueberhaupt einen nachvollziehbaren Sinn macht, vermag ich nicht wirklich zu sagen, denn im Endeffekt bin ich ganz froh darueber, dass wenigstens die Ausarbeitung von Song, Buehenshow, Licht, Kamera, Outfit, Imagefilm, PR usw. den Profis ueberlassen wird.